Zertifizierung im Tourismus

Tourismuslabel zur Zertifizierung von nachhaltigen Unternehmen & Destinationen

Tourismuslabel zur nachhaltigen Zertifizierung von Destinationen & Unternehmen

Nachhaltiger Tourismus erlebt einen Aufwärtstrend: die Nachfrage der Konsumenten wächst, die Reiseindustrie entwickelt neue grüne Initiativen. Außerdem erneuern Regierungen weltweit ihre Politik zur stärkeren Förderung eines Nachhaltigen Tourismus in der Praxis.

Doch wie kann Nachhaltiger Tourismus tatsächlich gemessen und glaubhaft dargestellt werden, um Vertrauen beim Konsumenten zu schaffen, seine Wirksamkeit zu belegen und Irreführung („greenwashing“) zu bekämpfen? Qualitativ hochwertige und glaubwürdige Tourismussiegel können eine wichtige Entscheidungshilfe bieten.

Je umfassender ein Label ökologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Anliegen der gastgebenden Bevölkerung berücksichtigt, desto mehr kann es zur nachhaltigen Entwicklung beitragen. Besonders in Entwicklungsländern sollten Tourismuslabel die Einhaltung der Menschenrechte, faire Arbeitsbedingungen, die Stärkung der lokalen Wirtschaft sowie den Erhalt der kulturellen Identität garantieren.

Anbieter leisten durch Einhaltung bestimmter Kriterien und Reisende durch die Buchung solcher Angebote einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung im Tourismus. Es gibt zahlreiche Institutionen, die Zertifizierungen für Destinationen, Reiseveranstalter und Unterkünfte anbieten, ob international, auf Länderebene, themenspezifisch oder nur auf Umweltaspekte bezogen. Viele dieser Zertifizierungen bzw. Tourismuslabel werden allerdings von Unternehmen selbst erstellt und nicht von unabhängiger Stelle regelmäßig überprüft bzw. akkreditiert. 

Um solch ein „Greenwashing“ zu verhindern, sollten nur glaubwürdige und transparente Tourismuslabel angewandt werden, die nach den internationalen Kriterien des Global Sustainable Tourism Council (GSTC-Kriterien) zertifiziert werden. 

Zertifizierung nach GSTC-Kriterien

 

Die Globalen Kriterien für Nachhaltigen Tourismus sollen zu einem gemeinsamen Verständnis von „nachhaltigem Tourismus“ führen. Sie stellen einen Mindeststandard dar, den sich jeder Tourismusbetrieb, der Nachhaltigkeit anstrebt, zum Ziel setzen sollte. Die Kriterien sind angelehnt an die globalen Social Development Goals  der Vereinten Nationen. Milderung der Armut, Geschlechtergleichstellung und ökologische Nachhaltigkeit, einschließlich Klimawandel, sind die wichtigsten sich überschneidenden Themen, die sich in den Kriterien widerspiegeln.

Grundlage der Anerkennung ist ein Zertifizierungsstandard, der neben der ökologischen und ökonomischen auch die soziale Dimension der Nachhaltigkeit vollständig berücksichtigt. Der Global Sustainable Tourism Council akkreditiert als unabhängige Prüfstelle lediglich die durch andere Organisiationen zertifizierten Programme. Nach transparenter Prüfung der unabhängigen Gutachter der GSTC über die Einhaltung der Mindeststandards eines Prüfsiegels gibt es eine offizielle Auszeichnung.

Um der Definition von „nachhaltigem Tourismus“ gerecht zu werden, müssen Destinationen einen ganzheitlichen Ansatz der vier Nachhaltigkeitsziele verfolgen: 1) Wirkungsvolles Management, 2) sozioökonomische Nachhaltigkeit, 3) kulturelle Nachhaltigkeit und 4) ökologische Nachhaltigkeit.

Alle Kriterien sollen negative Auswirkungen minimieren und den lokalen Nutzen und die Zufriedenheit der Besucher maximieren. Die Kriterien sind so entwickelt, dass sie von jeder Destination, unabhängig von Typ und Größe, angewendet werden können, sie müssen allerdings an das Zertifizierungsprogramm bzw. an die jeweilige Destination angepasst werden.

 

 

Wozu dienen die Kriterien?

 

Wozu dienen die Kriterien?

  • Sie dienen als grundlegende Leitlinien für Destinationen, die anstreben nachhaltiger zu werden.
  • Sie helfen Konsumenten gute nachhaltige Destinationen zu erkennen.
  • Sie dienen als gemeinsamer Nenner für Informationsmedien, um Destinationen, die einen nachhaltigen Tourismus anbieten, zu erkennen und die Öffentlichkeit über deren Nachhaltigkeit zu informieren.
  • Sie helfen Zertifizierungs- und anderen freiwilligen Programmen auf Destinationsebene, dass ihre Standards einem breit akzeptierten Mindeststandard entsprechen.
  • Sie dienen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen sowie Initiativen des privaten Sektors zur Entwicklung von eigenen Anforderungen für einen nachhaltigen Tourismus.
  • Sie dienen als Mindestkriterien für Aus- und Weiterbildungseinrichtungen, wie Hotelfachschulen und Universitäten.

Welche anerkannten Tourismuslabel sind besonders empfehlenswert?

 

  • Für Destinationen empfiehlt sich die international nachhaltige Zertifizierung durch Green Destinations (s. unten).
  • Earth Check ist eine internationale Zertifizierung für Destinationen und Beherbergungsbetriebe.
  • Travelife bietet größeren Hotels und Reiseveranstaltern internationale Zertifizierungen an.
  • Für Destinationen, Beherbergungsbetriebe, und Reiseveranstalter in Europa und Lateinamerika gibt es außerdem die durch GSTC-anerkannten Label von TourCert und Biosphere Responsible Tourism.
  • Für kleine und mittlere touristische Unternehmen bietet Green Destinations und Travelife die kostengünstige Zertifizierungsmöglichkeit des Good Travel Seal an.

Tourismuslabel Green Destinations

Green Destinations ist eine gemeinnützige Stiftung für nachhaltige Entwicklung und Anerkennung von Reisezielen. Die Green Destinations Community ist eine international vernetzte Partnerschaft von Unternehmen, Einrichtungen, Organisationen und Experten, die international mehr als 200 Reiseziele in 60 Ländern unterstützt.

Die Stiftung gewährleistet einen verantwortungsvollen Tourismus auf Grundlage der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals =SDGs). Green Destinations ist ein erschwingliches und benutzerfreundliches Zertifizierungsprogramm nach den weltweit anerkannten Kriterien des Global Sustainable Tourism Council (GSTC).

Die Green Destinations Stiftung hat ein Programm entwickelt, das maßgeschneiderte Lösungen für Destinationen (Gemeinden, Landkreise, Städte, Regionen, Schutzgebiete) bietet. Das Programm erlaubt einen leichten Einstieg für Orte bzw. Regionen, die sich für ihre Umwelt einsetzen oder dies planen. Destinationen müssen aber klar dokumentieren, mit welchen Schritten sie nachhaltiger werden und wie sie dabei die Privatwirtschaft mitnehmen.

Die Leitlinien umfassen die 6 Hauptthemen Destinationsmanagement, Natur & Landschaft, Umwelt & Klima, Kultur & Traditionen, Soziales Wohlbefinden, Wirtschaft & Gastgewerbe.

Green Destination Awards sind Zertifizierungen nach den höchsten internationalen Standards. Speziell für Reiseziele an Meer und Strand wurden die Quality Coast Awards entwickelt. Es gibt Bronze, Silver, Gold und Platinum Awards sowie die höchste Stufe, die GSTC-akkreditierte Green Destinations Zertifizierung. Diese können nach und nach erworben werden, je nach Fortschritt der nachhaltigen Entwicklung. Erwartet werden ab Gold zusätzliche nachhaltige touristische Angebote mit Tourismussiegeln wie z. B. Hotels mit Ökolabel.

Als Mitglied von Green Destinations hat man effektive Möglichkeiten, Nachhaltigkeit, Qualität, Wettbewerbsfähigkeit, Marketing und Anerkennung zu verbessern.
Neben den verschiedenen Beratungs- und Zertifizierungsmöglichkeiten kann man an der Nominierung für die Sustainable Destinations Top 100 teilnehmen.

Außerdem bietet Green Destinations auch eine Bewerbung des Reiseziels über die Homepage Goodtravel.guide, Ecohotels.com, bei bookdifferent.com. Der Good Travel Guide ist ein Warenzeichen von Green Destinations (GD). Good Travel Guide verpflichtet sich, QualityCoast- und GD-Destinationen ab Silber-Level an, das zertifizierte Reiseangebot inklusive Unternehmen, die mit dem Good Travel Seal ausgezeichnet wurden, kostenlos aufzunehmen.

Was bedeutet GREEN?

 

G: Genuine & Authentic – Echt und authentisch: Hierbei geht es um die Unterstützung der lokalen Kultur und der Traditionen der Einwohner in einem Gebiet. Die Menschen sollen weiterhin ihren Gepflogenheiten nachgehen, so dass Bräuche und Rituale nicht in Vergessenheit geraten.

R: Responsible – Verantwortung: Es ist wichtig, die Bevölkerung an einer Destination vor Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen zu schützen und ihr Leben so lebenswert zu gestalten. Dies beinhaltet auch, dass Menschen mit Einschränkungen Unterstützung erhalten und ihnen so das Leben erleichtert wird.

E: Economically sustainable – Wirtschaftlich nachhaltig: Die lokale Geschäftswelt in den Destinationen soll verstärkt und geschützt werden. So sollen zum Beispiel die Beschäftigung und Arbeitsangebote der lokalen Bevölkerung auch außerhalb der Touristensaison verbessert und so das Leben in diesen Gebieten vom Tourismus unabhängiger gestaltet werden.

E: Environmentally sustainable – Umweltverträglichkeit: Dieser Punkt beinhaltet die Sicherung der öffentlichen Gesundheit, also die Grundversorgung mit nötigen Medikamenten und allem, was zum gesundheitlichen Wohlbefinden der Bevölkerung dazugehört. Dazu zählt auch, dass die Sicherheit der Bevölkerung an diesem Ort gewährleistet ist. Auch ein solides Umweltmanagement ist unter diesen Punkt dazu zufassen.

N: Nature & Scenery – Natur und Landschaft: Dieser Punkt berücksichtigt den Schutz der Natur in den jeweiligen Destinationen. Besonders wichtig ist hier in erster Linie der Schutz der Landschaften und der Lebensräume der vielen verschiedenen Tierarten, die diese Orte so besonders machen.

Kontakt und Beratung

Gerne berate ich persönlich bei der Entwicklung einer nachhaltigen Tourismusstrategie und Unternehmenskultur sowie bei der Zertifizierung von Unternehmen & Destinationen.

 

Nachhaltiger Tourismus & Marketing

Auf meinen Webseiten möchte ich Tipps geben, wie und wohin man nachhaltig reisen sowie das touristische Angebot bzw. die Unternehmenskultur nachhaltig entwickeln und kommunizieren kann.