Soziale Maßnahmen

Soziale Nachhaltigkeit – Maßnahmen für eine nachhaltige Tourismusentwicklung von Destinationen & Unternehmen

Soziale Nachhaltigkeit - welche Maßnahmen können Unternehmen und Destinationen für eine nachhaltige Unternehmenskultur und Tourismusentwicklung einsetzen?

 

Soziale Nachhaltigkeit beschreibt den ethischen, sozial gerechten und kulturell angepassten Tourismus sowie die soziale Verantwortung für die Region (nach außen) und gegenüber Mitarbeiter (nach innen). Nachhaltige Werte und soziale Verantwortung, auch Corporate Social Responsibility (CSR) genannt, müssen in die Gesamtstrategie und in die Unternehmenskultur eines Unternehmens bzw. einer Destination integriert werden. Das entsprechende Leitbild muss dann von der Unternehmensführung umgesetzt und vorgelebt werden und für alle Mitarbeiter gelten, Verantwortlichkeiten und Prozesse müssen klar geregelt und kommuniziert werden.

Hierzu gehören die Achtung der Menschenrechte, die Schaffung gerechter, menschenwürdigker Arbeitsbedingungen und Entlohnung sowie der respektvolle Umgang mit der einheimischen Bevölkerung und ihrer Kultur. Dabei sollte die lokale Bevölkerung sowie Mitarbeiter in die Entscheidungen über die Tourismusentwicklung einbezogen werden. Ziel der sozialen Maßnahmen ist es, allen Individuen eine lebenswerte Gesellschaft, Teilnahme an der gesellschaftlichen Entwicklung, Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten.

Auch eine ökonomische Nachhaltigkeit fördert eine soziale Nachhaltigkeit. Sie berücksichtigt knappe wirtschaftliche Ressourcen, bietet Schutz vor Ausbeutung und führt dazu, das Einkommen bzw. Wohlstand der lokalen Bevölkerung gesichert werden. Es müssen vorrangig einheimische Arbeitskräfte beschäftigt werden und regionale Produkte und Dienstleistungen genutzt werden.

Die soziale Nachhaltigkeit beinhaltet Maßnahmen der nachhaltigen Unternehmenskultur wie eine nachhaltige Personalentwicklung sowie die Förderung der regionalen Identität und Profilbildung.

Nachhaltige Personalentwicklung als wichtige Maßnahme für eine soziale Nachhaltigkeit

 

Die Unternehmensführung muss die nachhaltige Unternehmenskultur in Form eines Leitbildes für alle Beteiligten im Unternehmen transparent machen. Damit sich alle Mitarbeiter mit dieser Philosophie identifizieren und diese auch umsetzen, sollten sie beim Entwicklungsprozess beteiligt werden. Wenn es den Beschäftigten gut geht, sie fair behandelt und gefördert werden und bei Entscheidungen integriert und ernst genommen fühlen, werden sie sich mit dem Unternehmen eher identifizieren und motivierter sein. Förderung, Qualifizierung und Selbstverwirklichung durch Mitsprache, Motivation, Feedback, Vereinbarung von Privatleben und Beruf steigern die Zufriedenheit der Mitarbeiter und deren physische und psychische Gesunderhaltung.

Mehr Zufriedenheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter führt zur Steigerung der Produktivität, der Effizienz und zu einer geringeren Fluktuation. Eingearbeitete und regionale Mitarbeiter bleiben dem Unternehmen länger erhalten, die Einarbeitungszeit für neue Mitarbeiter entfällt.  Außerdem tragen zufriedene Mitarbeiter zum positiven Image und zur Gastfreundlichkeit des Unternehmens bzw. der Destination bei.

Folgende konkrete Maßnahmen tragen zur sozialen Nachhaltigkeit und einer nachhaltigen Unternehmenskultur bei:

1) Auswahl passender Mitarbeiter

Bei der Personalauswahl sollte darauf geachtet werden, dass Sinn und Ziele des Unternehmens mit denen der potenziellen Mitarbeiter übereinstimmen.

2) Vorbildliche Führung

Die Führungskraft sollte die Unternehmensphilosophie vorleben, also was sie sich vom Mitarbeiter wünscht, auch selber praktizieren. Das gilt für alle Führungsebenen. Eine gute Kommunikation auf Augenhöhe fördert die Zufriedenheit der Mitarbeiter und wirkt sich auch positiv auf die Mitarbeiter untereinander aus. Ziele müssen klar formuliert werden mit  prozentualen Angaben, Verantwortlichkeiten für die einzelnen Ziele müssen klar kommuniziert werden.

3) Einbeziehung der Mitarbeiter

Mitarbeiter sollten bei der Konzepterstellung, den Zielen, Maßnahmen und Entscheidungen einbezogen werden, um sich mit diesen zu identifizieren und diese als ihre eigenen Ziele zu sehen, die sie dann motivierter umsetzen. Außerdem können dadurch wichtige Detailkenntnisse und wertvolle Ideen der Mitarbeiter bei der Problemlösung mit einfließen. Erfolge können schneller erreicht werden.

4) Offene Feedback-Kultur

Das Unternehmen sollte offen über die aktuelle Situation, über Probleme und aktuelle Aufgabenschwerpunkte informieren. Nur so ist es ihnen möglich, ihr Handeln an den Gegebenheiten anzupassen. Regelmäßige Feedback-Gespräche sollten zu einem gerechten Umgang mit Fehlern und Kritik führen. Wenn Führungskräfte und Mitarbeiter offen ihre Meinungen und Ängste auf Augenhöhe äußern können, werden Fehler nicht kaschiert und Lösungen können für beide Seiten besser gefunden werden. Regelmäßige Feedbackgespräche in beiden Richtungen zeigen dem Mitarbeiter und dem Unternehmen rechtzeitig den aktuellen Stand und ermöglichen rechtzeitig notwendige Gegensteuerungsmaßnahmen.

5) Angenehmes Betriebsklima und Teambildung

Wichtig ist, auf ein angenehmes Betriebsklima zu achten mit Vertrauen, Wertschätzung, respektvollem Miteinander, gemeinsamen Aktivitäten, Maßnahmen zur Teambildung und Wohlfühl-Aktionen. Mobbing und Burn Out können so vermieden werden, mobbende Mitarbeiter sollten sofort entlassen werden. Persönlichkeitsentwicklung der Mitarbeiter sollte man unterstützen. Mitarbeiter müssen ohne Druck, eigenverantwortlich und selbstbestimmt agieren können und Freiräume haben.

6) Gesundheitsmanagement zur sozialen Nachhaltigkeit

Am Arbeitsplatz sollte man sich wohlfühlen. Da helfen helle Räume, gesundes Raumklima mit Naturmaterialien und Frischluft für alle Beschäftigten. Kostenlose Getränke und Obst, gesunde Mahlzeiten, Möglichkeit für Ruhepausen und sportliche Aktivitäten, ergonomische Sitzmöbel, betriebliche Gesundheitsuntersuchungen sind weitere Maßnahen für eine soziale Nachhaltigkeit. Soziale Absicherung, Zuschüsse für betriebliche Kleidung, Fahrradleasing, Computerbrillen etc. sowie Stressmanagement und Maßnahmen für mehr Entspannung und Resilienz fördern ebenfalls das Wohlbefinden der Mitarbeiter. Auf die persönliche Situation und die Persönlichkeitsentwicklung eines jeden einzelnen sollte Rücksicht genommen werden. Wenn möglich sollten familienfreundliche Arbeitsbedingungen wie Kinderbetreuung, Teilzeit, flexible Arbeitszeiten und Home Office berücksichtigt werden.

7) Weiterbildung der Mitarbeiter und touristischen Akteure

Weiterbildungs-Maßnahmen können neben inhaltlichen Themen auch Themen der Nachhaltigkeit beinhalten. Diese fördern die fachliche Qualifikation, die Zugehörigkeit zum Unternehmen sowie die Entwicklung der Persönlichkeit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

8) gesellschaftliches oder ökologisch wohltätiges Engagement (Corporate Citizenship)

Das gesell­schaft­li­che Enga­ge­ment von Unter­neh­men birgt außerdem ein enor­mes Poten­tial für einen Kul­tur­wan­del. Mit­ar­bei­tende soll­ten mit­be­stim­men, wo sich enga­giert wird und sich über ihren Arbeit­ge­ber am bes­ten direkt bei gemein­nüt­zi­gen Pro­jek­ten ein­set­zen kön­nen. Cor­po­rate Volunteering-Events för­dern sowohl die Team­fä­hig­keit und Teament­wick­lung als auch eine stär­kere Iden­ti­fi­ka­tion mit einem Unter­neh­men. Für klei­nere Unter­neh­men bie­tet es sich auch an, Teamevents einen gemein­nüt­zi­gen Cha­rak­ter zu verleihen.

 

Regionale Identität & nachhaltige Profilbildung als notwendige Maßnahme für eine soziale Nachhaltigkeit

Nachhaltiger Tourismus bzw. die soziale Nachhaltigkeit achtet und fördert den Schutz und Erhalt regionaler Kulturgüter und Traditionen (das historische Erbe) und stärkt damit die regionale Identität in der Destination. Die klare Positionierung für Nachhaltigkeit ist ein Leistungsversprechen an die potenziellen Gäste, deren Einhaltung dann auch für alle Akteure verpflichtend ist, um die Gäste nicht zu enttäuschen. Dies führt auch zu einer höheren Gästezufriedenheit und Gästebindung.

Ein stimmiges Gesamtkonzept  und transparente Kommunikationsmaßnahmen aller Beteiligten einer Destination sind wichtig, um die Gäste nicht zu verwirren und eine eindeutige Erwartungshaltung zu erzeugen. Die klare Positionierung für Nachhaltigkeit ist ein Leistungsversprechen an die potenziellen Gäste, deren Einhaltung dann auch für alle Akteure verpflichtend ist, um die Gäste nicht zu enttäuschen. Dies führt auch zu einer höheren Gästezufriedenheit und Gästebindung.

Durch ein unverwechselbares Image  und durch Profilierung in einer Nische können sich Unternehmen bzw. Destinationen von der Konkurrenz abheben und die Austauschbarkeit verhindern.

Wahrung der regionaltypischen Kultur und regionale Identität machen eine Region zu einer Destination mit verbindenden Gemeinsamkeiten. Diese sollten auch in den Kommunikationsmaßnahmen (Corporate Identity) wiedererkennbar sein. Mit einer gemeinsamen Dachmarke und einheitlicher Corporate Identity kann man die Wiedererkennbarkeit erhöhen und Vertrauen aufbauen.

Angebotene Leistungen und Produkte müssen die Erwartungen der Gäste erfüllen bzw. übertreffen,

Da externe Tourismussiegel noch ziemlich unbekannt sind, sollte sich eine Unternehmen bzw. eine Destination ein positives nachhaltiges Image über eigene Kommunikationsmaßnahmen und imagefördernde Aktivitäten erwerben. Zufriedene Mitarbeiter und Identifikation der Einheimischen mit dem touristischen Angebot in der Destination fördert die Gastfreundschaft in allen Bereichen und die Zufriedenheit der Gäste.

Um die nachhaltige regionale Identität zu wahren, muss ein Unternehmen bzw. eine Destination folgende Maßnahmen umsetzen:

* Lokale Mitarbeiter beschäftigen, sie fair behandeln und entlohnen

* Kulturschutz in der Destination: bei der Planung von touristischen Angeboten die kulturellen Gruppen einbeziehen und sie nicht übergehen und zur Schau stellen

* Die regionale Kultur, die kulturellen Besonderheiten, regionale Feste, Kunst & Handwerk, Traditionen, Volkstänze & Musik, Mundart & Dialekt sowie regionaltypische Gastronomie fördern und in touristische Angebote integrieren

* Regionale Produkte verwenden bzw. Lieferanten nach sozialen Gesichtspunkten wählen

Säcke im regionalen Hafenmuseum in Bremen

Nachhaltiger Tourismus & Marketing

Auf meinen Webseiten möchte ich Tipps geben, wie und wohin man nachhaltig reisen sowie das touristische Angebot bzw. die Unternehmenskultur nachhaltig entwickeln und kommunizieren kann.

 

Kontakt

 Gerne berate ich persönlich, um eine auf individuelle Bedürfnisse und Zielgruppen zugeschnittene nachhaltige Tourismusstrategie & Unternehmenskultur zu entwickeln.